Die Kulturfritzen

Die Kulturfritzen

Der Kulturpodcast aus Berlin

Transkript

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00:00:10:

00:00:15: Hallo und herzlich willkommen zu meinem Berlin Kultur Podcast.

00:00:19: Mein Name ist Marc Le Puna, ich freue mich sehr dass ihr dabei seid denn seit der letzten Folge ist über ein halbes Jahr vergangen.

00:00:25: die lange Pause bitte ich zu entschuldigen.

00:00:27: manchmal kommt einem eben noch ganz schön viel Leben und noch mehr Arbeit dazwischen.

00:00:32: Für die monatliche Kulturfritz und Radiosendung interview ich immer wieder Kunst- und Kulturschaffende aus Berlin, die ihre aktuellen Projekte vorstellen.

00:00:40: Dafür bleibt dann doch die Zeit weil diese Sendung ist ein festgesetzter Termin.

00:00:44: aufgrund der oft recht kurzen Laufzeit der Projekten die dort vorgestellt werden scheinen mir diese Interviews aber für eine Podcastfolge nicht wirklich geeignet.

00:00:52: Das ist bei dem heutigen Gespräch was ihr gleich hören könnt anders.

00:00:56: Auch mit dem Autor Felix Hass hatte ich mich ursprünglich für die Radiosendung getroffen.

00:01:00: Wir kamen allerdings so ins Plaudern auch über das aktuelle Buch hinaus, dass ich nun daraus doch noch eine Podcast-Folge gemacht habe.

00:01:09: Zum Radio gehört ja immer auch Musik, die wir im Podcast aus rechtlichen Gründen nicht laufen lassen können und so ist Musik das Einstiegsthema mit Felix, der nämlich wie er mir im Vorgespräch verraten hat musikalisch total in den Achtzigern stecken geblieben ist.

00:01:23: Hallo Felix!

00:01:24: Hallo Marc, ich grüße dich.

00:01:25: Das ist richtig!

00:01:27: Genau du hast gesagt irgendwann war Schluss und dann hat dein Gehirn keine neue Musik mehr angenommen.

00:01:33: es ist die Musik der Achtziger.

00:01:34: was fasziniert dich an der Aachtziger-Jahremusik?

00:01:37: Ist meine Teenagerzeit wahrscheinlich einfach... Und ich habe mir schon damals gedacht wenn Eltern immer sechs Jahre Musik gehört haben und so habe ich mir über mich gedacht irgendwie vielleicht komme ich auch aus der Zeit nicht mehr raus vielleicht kommen irgendwann keine neuen Lieder mehr zu mir.

00:01:50: ein bisschen war's so Aber ich habe ja dann angefangen, später habe ich viel Beatles gehört und dann höre ich jetzt auch viel klassische Musik.

00:01:58: Also ich höre nicht nur die ganze Zeit, seit achtzeiger Jahre.

00:02:00: Gar nicht!

00:02:00: Jetzt höre Ich so viel Jazz die ganze zeit.

00:02:03: So ist es auch nicht... aber ich bin halt nicht mehr mit der aktuellen Musik mitgegangen.

00:02:05: also das war so Das hat sich einfach gewandelt mit wenigen Ausnahmen.

00:02:10: Ja, jetzt haben wir dich quasi musikalisch schon ein bisschen kennenlernen können.

00:02:13: Felix du bist hier weil du ein neues Buch geschrieben hast.

00:02:16: das heißt Guten Morgen Berlin.

00:02:17: über das werden wir im Laufe der Sendung auch noch reden aber vielleicht stellen wir dich erst mal so ein bisschen vor.

00:02:23: Du kommst woher?

00:02:26: Ich komme aus der Nähe von München und ja Das ist

00:02:32: schon mal super.

00:02:33: Felix, wir kennen das schon eine ganze Weile und ich weiß eben dass du ... das geschriebene Wort also hast dich immer schon mit Sprache beschäftigt aber eben gar nicht mit dem Medium Buch an sich sondern du kommst eigentlich vom Film

00:02:45: Ja!

00:02:45: Also ich habe an der Filmurschule studiert?

00:02:47: Ich hab aber immer schon wahnsinnig viel gelesen.

00:02:49: Also ich konnte lesen bevor ich in die Schule gegangen bin Und hab dann immer diese Eric Kessner Bücher als Kind verschlungen.

00:02:54: Die haben mich bis heute wirklich bis heute geprägt.

00:02:58: Dann hat er bei der Filme mich irgendwie fasziniert.

00:03:00: Weißt du auch nicht, woher das... doch ich weiß sogar noch wie es war.

00:03:03: Es war ein ganz komisches Gefühl.

00:03:05: Ich saß im Kino und hab in den achtzigeren eben Fatal Attraction gesehen glaube ich, war das damals?

00:03:12: Und dieser Film hat so eine Entspannung!

00:03:13: Ich habe ihn ungefähr zehnmal gesehen.

00:03:15: Und ich hatte das Gefühl dass so einer Hand aus der Leinwand kommt und mich irgendwie packt weil ich so gefesselt war von diesem Film.

00:03:21: Da hatte ich immer dieses Ding diese Hand.

00:03:23: Das wollte ich gerne sein.

00:03:25: Ein ganz komisches Machtgefühl.

00:03:26: offensichtlich Man hat eben auch düstere Seiten oder vielleicht auch nur.

00:03:31: Egal, und...

00:03:33: Ganz kurz das ist der Film wo Glenn Close durchdreht und Michael Douglas mit ihm hat sie eine Affäre irgendwie so ne?

00:03:39: Also Michael Douglas und Glenn Close haben eine Affaire und sie als ein Stalkerfilm ganz früher ein Storkerfilm.

00:03:44: Ein absoluter Welthit sehr kleiner Film und es interessante oder was Mittelinteressante.

00:03:50: Es ging halt darum, dass er die Affäre hat.

00:03:52: Und es spielt in den Achtzigern.

00:03:54: und die meisten Menschen, viele Menschen sagen der Film ist so erfolgreich gewegen weil AIDS oder AIDS nicht HIV sondern eigentlich AIDS Der dauernde unterschwellige Angst war.

00:04:04: Darum ging's nicht.

00:04:05: Der Film wurde auch geschrieben.

00:04:07: Die wussten vielleicht noch gar nicht das HIV kommen würde bei sich nicht wahrscheinlich schon.

00:04:10: eighty-seven glaube ich war der film aber der ist ja lange muss sehr vorbereitet werden.

00:04:14: dann gehts eben darum quasi was passiert wenn mein Mann fremd geht.

00:04:19: Am Ende bringt er das Virus in die Familie.

00:04:22: Und das, glaube ich, hat eine ganz große Rolle gespielt bei dem Erfolg des Films.

00:04:25: Jetzt sind wir mal abgekommen.

00:04:28: Also auf jeden Fall hat dich das Kino selber so fasziniert, dass du gesagt hast, ich mach jetzt filmen?

00:04:34: Ja und dann war es wahrscheinlich auch irgendwie schick und so...und dann habe ich ziemlich früh hab ich dann...ich weiß gar nicht wie das losging, doch ich bin einfach in die Filmurstellung gegangen mit siebzen Zum Studienberater, genau.

00:04:47: Und hab gesagt ja wie nehmt ihr mich?

00:04:48: Wie kann ich hier genommen werden?

00:04:50: Dann hat der gemeint das glückste was zu machen ist diese ganzen Filmstudenten die brauchen Leute die kostenlos mitarbeiten.

00:04:56: Setup-Sperren irgendwie so ein Scheiß.

00:04:59: Die Fahrer konnte ich noch gar nicht weil ich ja siebfund war.

00:05:02: Aber halt irgendwie solche Geschichte.

00:05:03: und dann habe ich den Zettel aufgehangen und da hat es auch geklappt und dann haben die mich immer wieder für irgendwelche komischen also kleinen Jobs... Das war halt dann schon wahnsinnig aufregend und toll und hatten unglaublich viel Spaß gemacht!

00:05:16: Ja und dann habe ich mich beworben, da hab' ich Praktika gemacht.

00:05:19: Das ging alles ganz sehr geizig.

00:05:22: auch muss man sagen, so einen Weg.

00:05:24: Und was es tatsächlich dann gab?

00:05:26: Dann gab's den ersten Kurzfilmen die erste Kameralbung nennt sich das... ...und dann geben sie dir drei Rollen schwarz-weiß.

00:05:33: Damals war das jedenfalls so.

00:05:34: Heute natürlich überhaupt nicht mehr, er hört es ja bestimmt als Festplatte.

00:05:38: Dann geben Sie dir drei rollen Schwarz-Weißfilmen und sagten okay jetzt mach du deinen ersten Film!

00:05:42: Und dann stehst du mit diesen drei Rolleln da und sagt oh mein Gott Es ist furchtbar.

00:05:47: Und weil du ja alles machen kannst, was du willst?

00:05:50: Du musst es dann besprechen mit denen.

00:05:51: aber letztlich kannst du machen, das du willst.

00:05:53: und da habe ich mir dann so gedacht... Alles, was man bei einem Film macht, dachte ich traue ich mir irgendwie schon zu!

00:06:00: Du kannst schon einen Schauspieler sagen, sag mal den Satz, du kannst sagen, da soll die Kamera stehen und wenn der ein bisschen Licht ist, dann wird er schon wach.

00:06:07: Aber dieses urheberische letztendlich, dieses weiße Blattpapier und darauf zu schreiben, was ich jetzt machen will.

00:06:14: Da habe ich tierisch Angst vorgehabt!

00:06:17: Und irgendwann habe ich gelesen, ich finde ja Angst und Lust oder so... die haben viel miteinander zu tun.

00:06:23: Es ist da schon der Gedanke, dass ich irgendwie dachte, eigentlich traue ich mir das nicht zu.

00:06:29: Eigentlich kann ich es nicht.

00:06:32: Offiziell wollte ich es auch nicht.

00:06:34: Aber irgendwie wollte ich's eben vielleicht doch.

00:06:38: Aber gab es damals schon so konkrete Ziele?

00:06:42: Also ging man auf die Filmhochschule und machte alles.

00:06:44: oder hat man eigentlich vornherein gesagt, ich will Kamera machen.

00:06:46: Ich will Regie machen.

00:06:58: die man damals kannte, kamen aus der Dokumentarfilmerteinung Hans Christian Schmidt oder so.

00:07:13: Ich weiß nicht nach fünf Uhr Wald oder Nico Hoffmann von Teamworks und einige.

00:07:20: Naja!

00:07:21: Und ja...so war das.

00:07:24: Genau.

00:07:24: Dann hast du auf jeden Fall auch Filme gedreht.

00:07:29: Es war eigentlich so dass du quasi über Studium hinaus nicht beim Film gearbeitet hast bis dann aber in die Filmdramat oder ins Drehbuch schreiben gegangen.

00:07:37: Ich habe dann erstmal halt an der Filmhochschule kurz Filme gemacht und dann, der Abschlussfilm war auch schon so erfolgreich.

00:07:45: Der wurde gekauft von der Konstantin von Bernd Eichinger damals und der Bayerische Rundfunk auch die Fernsehrechte gekauft und so.

00:07:51: das war wirklich, muss man sagen, das liegt sehr gut.

00:07:53: Und dann waren sie auch ziemlich scharf auf mich, muss ich mal mal so sagen!

00:07:57: Ich darf es ein bisschen angeben weil's hat sich dann geändert, das werde ich auch erzählen.

00:08:03: Ja, dann war ich so Anfang der Reißig und hatte davor in Berlin.

00:08:08: Ich habe während des Studiums auch schon in Berlin gelebt und immer so gependelt.

00:08:14: Und dann haben sie mir einen München angebotenen Spiel für den Bayerischen Rundfunk zu machen.

00:08:21: Das kann man ja mittlerweile erzählen.

00:08:24: Da ging es darum dass die Mutter uns so durch Bayern fahren und die Asche einer guten Freundin in schönen Orten verteilen und so, irgendwie sich dabei näher kommen.

00:08:32: Das fand ich eigentlich auch eine ziemlich schöne Idee.

00:08:34: Und dann als man mittendrin, also nicht beim Film aber mitten der Vorbereitung war sagten sie dann irgendwann ja alles toll und so... Aber wir sind ja so katholisch statt der Sender!

00:08:43: Wir haben uns überlegt es mit der Asche das geht nicht.

00:08:45: Wir machen alles genauso wie die fahren da rum und machen alles mögliche, aber die Asche können wir nicht machen, dafür sind wir viel zu katholisch.

00:08:51: und Sie haben mich von Leiblicher Auferstehung gesprochen, aber... Und dann war so ein Punkt wo wir uns dann so dachten, der Film ist im Arsch.

00:08:59: Aber dann hatten wir und nicht ich, aber auch sonst keiner hatte das Rückgrat zu sagen.

00:09:04: Dann macht doch ein Quatsch alleine!

00:09:06: Dann haben es trotzdem gemacht... Also es gibt schon Dinge die ich okay finde, aber eigentlich mag ich den Film auch nicht.

00:09:14: Eigentlich hat er mir etwas geschadet, muss man einfach sagen.

00:09:17: Und dann bin ich letztlich zum Schreiben gekommen weil Schreiben ist natürlich für Auftraggeber auch einfach viel weniger Risiko verbunden als jemanden gleich ein Budget von anderthalb Millionen Euro in die Hand zu kämen oder so.

00:09:30: Also erst mal kam eine kleine Flaute, also auch etwas größere Flautte und dann kam ich an diese ZDF-Serie für dich der lange geschrieben habe Und das war... Das war so ne Mischung.

00:09:41: irgendwie war es schon geil einfach weil dann halt was passiert?

00:09:46: Dann laufen da dieses Schauspieler rum und reden deine Texte und du hockst da irgendwie Laptop und bist irgendwie auf ganz woanders unterwegs.

00:10:01: Ja, und andererseits ist es natürlich sehr beengt weil dann heißt das irgendwie vier Figuren pro Episode drei Schauplätze, dreißig Prozent spielt im Büro von den Polizisten oder was auch immer als deiner gerade ist Weil die Sets und das, weil es eben alles so stark reglementiert ist.

00:10:19: Und jeder hat was dazu zu sagen vom Produktionsleiter.

00:10:22: wo ist es zu teuer?

00:10:24: Also dann kannst du nicht mal eine Scheibe einschmeißen oder so.

00:10:27: Schon da geht's los.

00:10:29: Aber nein, geht nicht!

00:10:30: Die ganze Zeit und der eine Schauspieler... Na ja gut.

00:10:34: Aber auf jeden Fall so um dann... Aber schön ist auch mein Verdienst ein bisschen Geld.

00:10:38: also da habe ich auch mal Geld verdient in meinem Leben.

00:10:40: Das hat sonst eigentlich nicht so gut geklappt.

00:10:44: Dann gibt es auch Wiederholungshonorare, was eine unglaublich angenehme Sache ist.

00:10:47: Also wirklich mein Steuerberater meinte mal das müssen Sie mir mal erklären wie sie das machen mit den Wiederholungsonoraren.

00:10:52: Damals hatte ich einen Steuerberator.

00:10:54: Ja naja gut und dann ja so war diese Zeit.

00:10:59: Ja aber das ist interessant weil wir haben uns ja schonmal darüber unterhalten.

00:11:02: aber jetzt verstehe ich eigentlich erst dass auch dieser diese Reglementierungen natürlich wenn man selber dann jetzt Bücher schreibt oder Romane schreibt hat meine ganz andere Freiheit.

00:11:12: Du hast eben keine Reglementierung.

00:11:13: War das so ein Grund für dich auch zu sagen, irgendwie die Geschichten, die ich erzählen will?

00:11:17: Da muss ich brauche ein bisschen mehr Freiheit?

00:11:20: Also es ist... Ich darüber habe mir gerade kürzlich Gedanken gemacht weil gleich komme ich zu dir erfahrt genommen aber wenige Reglementierungen bedeutet halt vielmehr Verantwortung.

00:11:29: also ich hab jetzt auch grade wenn ich so Freunde treffe die beim Fernsehen manche arbeiten oder irgendwie sowas dann ist es das was ich auch ich hab's ja gerade jetzt schon wiedergemacht.

00:11:37: und was jener natürlich die ganze Zeit macht er hat immer jemand anderen der Schuld ist Vielleicht nicht böse gemeint oder irgendwie so, aber du kannst immer sagen ja ich hätte ja so gerne Komma Aber Wir hatten das Budget nicht.

00:11:48: der Schauspieler ist nicht gekonnt Der Sender wollte was immer diese ganzen.

00:11:52: bei so einem Roman Da kann es sich einfach alles nicht sagen.

00:11:56: wenn die Leute sagen dass es scheiße dann musst du sagen okay Dann kannst du den Leser beschimpfen.

00:12:00: Aber auf jeden Fall hat man ganz das nicht schieben Das ist man halt Man...das ist man komplett selbst.

00:12:07: Es war ein leeres Blatt Papier und jetzt Kann ich mich da nun so richtig hinter verstecken.

00:12:12: Deine Frage war Freiheit?

00:12:13: Ja, ein bisschen.

00:12:14: Weil man eben... Deshalb ist das erste Buch ja auch spielt ja auch vielen so einem Sexclub und so was jetzt nicht alle meine Verwandten direkt begeistert hat.

00:12:25: aber davon war ja auszugehen.

00:12:27: Aber Dittl habe ich es auch als so'n... Naja, Amok glaub ich, wir wissen wer das falsche Wort, aber als so ein Ding sind wir.

00:12:33: jetzt mache ich einfach total das was ich will.

00:12:35: Jetzt könnt ihr mich alle jetzt hau ich auf die Kacke wie's nur geht Und das war befreiend auch dadurch Freien, ja.

00:12:42: Insofern passt es gut freiheit.

00:12:44: Du hast drei Kriminal-Romane geschrieben die allesamt in Berlin spielen du hast das schon angedeutet.

00:12:51: sie sind durchaus auch in einschlägigen Locations weil der Kriminalkommissar Steffen Lenz heißt er sagen wir mal Ja.

00:13:00: also Den Fall kann er sich ja nicht aussuchen, aber die Morde passieren nun mal einfach an einschlägigen Orten.

00:13:06: Im ersten Roman ist das Lab im Berghain.

00:13:10: Beim zweiten ist es der Schulenstrand am Wannsee und im dritten ist es eigentlich eine nicht-einschlägige Location im Ernst-Limmer-Pak, eine Sauna, aber diese hatte eben auch durchaus schwule Tage – auch wenn sie offiziell neugnen würden!

00:13:26: Das sind sozusagen die Ausgangspunkte, aus denen du die Geschichte entwickelst und der Kommissar ist eben einer, der so ein bisschen das berufliche und private nicht voneinander trennen kann.

00:13:37: Kann man das so sagen?

00:13:38: Ja!

00:13:39: Ich muss einfach zu sagen diese Sauna im Ernst-Themenpark hat keine schwulen Tage mehr.

00:13:45: Da gab es dann völlig unabhängig von dem Buch.

00:13:52: Den Skandal?

00:13:53: Das

00:13:53: Buch war, glaube ich, ... ... und das mit dem Skandal, das hatte ich noch mal nachgelesen, war... ...

00:13:59: der Buch war ... ... war blank.

00:14:03: Ja, aber blank ist ja die ... Gut dass ich deine Romane besser kenne als du!

00:14:10: Also kurz um.

00:14:12: Der Skandal im Grunde in der Sauna, da so ein bisschen ... Ja, verhindert wurde und diese Herentage abgeschafft wurden bei den Roman-Kameralten.

00:14:23: Genau!

00:14:23: Dann gab es die große Aufregung, das ist eben so hieß ... ja... Das ist ja so homophob, dass dann die Herentagen da abgeschaffen wurden.

00:14:31: Ich bin ja manchmal ein bisschen neben der Bubble weil ich so ein bisschen das Gefühl hatte, ein bisschen konnte ich die verstehen, weil man muss... Es gibt genug Orte für schwulen Sex in Berlin also und diesen ultra safe spaces und alles und so.

00:14:47: Und ich mein teilweise war schon ein bisschen viel, dann gab es einen großen Standard und dann haben sie aber die Sauna jetzt also mit relativ großem Skandal.

00:14:54: und jetzt ist die Saunas renoviert mittlerweile und da war ja noch Corona und nach der Wiedereröffnung haben Sie dann stillschweigend sowohl den Herrn- und den Frauentag abgeschafft ohne das Groß zu erwähnen.

00:15:05: und jetzt laufen am früheren Männertag nämlich dem Montag laufen jetzt halt immer diese ganzen Gästinnen rum.

00:15:11: Sie tragen so Deeskalationen bei.

00:15:15: Wunderbar!

00:15:16: Kommen wir jetzt mal auf die Krimis an sich zu sprechen, also ich habe schon gesagt es gibt ein Protagonist und das ist eine Serie an der du letztlich an Arbeit bist.

00:15:27: Ist es für dich spannend oder gefällt dir das?

00:15:31: Ich habe ein Manuskript abgeschlossen, jetzt mache ich eine ganz neue Welt auf.

00:15:35: Sondern magst du es, dass du eigentlich immer im selben Kosmos so bleibst?

00:15:39: Du hast ja – wir haben es vorhin schon gehört eben für eine Serie auch Drehbücher geschrieben.

00:15:43: das heißt im Grunde Personal wird einem vertraut.

00:15:47: ist es so ne Mischung aus?

00:15:48: ich kann die ohnehin nicht mehr loslassen und ich möchte über den noch mehr erzählen.

00:15:52: oder was ist das

00:15:53: also?

00:15:54: bei der Fernsehserie war mir das Wurscht.

00:15:56: da ging's einfach ums Geld verdienen.

00:15:57: erst irgendwann ging es einfach umes Geld verdient Ja bei den Krimis, also ich finde das generell mensch... Also ohne autobiografisch zu schreiben.

00:16:06: Das heißt ohne eindeutig autobiografische zu schreiben so schreibt man ja doch eigentlich natürlich irgendwie schon über sich selbst weil dann würde man Biographien schreiben oder irgendwie so.

00:16:17: und was ich an Büchern wenn ich Bücher lese sehr spannend finde für mich grundsätzlich von Filmen oder von Fernsehserien und auch von Theaterstücken unterscheidet ist, dass das Budget ein Buch zu machen relativ gering ist.

00:16:30: Das heißt wenn ich einen Buch kaufe von wem auch immer habe ich eine relativ gute Chance, dass dein Mensch einfach relativ authentisch mit mir über sich spricht.

00:16:39: Und jetzt habe ich beim Fernsehen nicht, weil beim Fernseh gibt es Peer Groups und dann wird das überall genau.

00:16:44: Da gibt es teilweise Leute mit fünf Hausfrauen, weil die wissen, Hausfroren sind dieses Publikum und dann entscheiden sie sagen, was da zu passieren hat.

00:16:52: Die haben unglaublich viel Macht!

00:16:54: Und Kinofilme, die gehen natürlich durch tausend Marketing.

00:16:58: Das ist alles so wahnsinnig teuer und bei einem Buch ist es eben so dass man davon ausgehen kann das zumindest die Möglichkeit besteht.

00:17:03: Dass das eben was ist wo ich wirklich in den Kopf von dem anderen Menschen oder auch im seinen Herz oder weiß der gar ja vom anderen Menschen reinschauen kann und das macht für mich Bücher interessant.

00:17:13: Daraufhin kann man sagen, dass sich der Kosmos irgendwie ein bisschen ähnelt, ist relativ naheliegend.

00:17:20: Ich mag halt eben auch bei anderen Autoren oft... dass sie ihre Figuren meistens behalten.

00:17:27: Also manche, Richard Ford ist so jemand.

00:17:29: Ja also ein Krimisähen ist das oder in Krimi rein?

00:17:31: Ist es in der Tat so, dass es oft Autornautorinnen gibt die über viele Romane hinweg ihre... Figuren fortentwickeln, ihnen auch eine Entwicklung zugestehen.

00:17:43: Bei Krimis ist ja immer interessant dass man ja eigentlich auch davon ausgehen muss vielleicht auch bei jedem anderen Roman erscheinen es ganz klar als Reihe richtig festgelegt wie bei Herr der Ringe oder so aber das man halt trotzdem mehr die Bücher auch unabhängig davon lesen können muss ohne dass man das Gefühl jetzt hat man hat allzu viel verpasst oder man findet den Anschluss nicht.

00:18:05: wenn du jetzt da sozusagen Vielleicht, weil das interessiert mich so grundsätzlich.

00:18:10: Weil ich glaube, Krimis Plotten ist immer noch mal anders als andere Geschichtenplotten.

00:18:14: Wie stelle ich mir das vor?

00:18:16: Also man kennt es ja bei Krimiserien immer Die haben dann immer ihre große Wand und dann mahlen sie immer alle Verdächtigen an Und da gibt's wilde Pfeile und so weiter und sofort.

00:18:25: So stelle Ich mir das irgendwie beim Krimi-Autor auch fort damit er den Faden nicht verliert Dass der eine Wand zu Hause hat oder irgendwelche wilden Post-It Welten.

00:18:33: wie sieht das bei dir aus?

00:18:34: Wie gehst du an so ne Geschichte ran?

00:18:36: Also es ist ganz schrecklich.

00:18:37: Es ist ganz schlimm.

00:18:39: Das erste war bei mir immer eine Idee von einer Figur, die mich interessiert hat und dann muss ich diese Figur irgendwie in einen Verbrechen verwickeln.

00:18:49: damit geht's erst mal los Und dann wirds halt wirklich immer unglaublich komplex weil als ich das noch brauchst zwei Sachen du brauchst ein Rätsel wer wars und idealerweise auch noch eine Bedrohung.

00:19:02: Also deshalb sind Serienmörder oft so beliebt, weil du hast das Rätselwärts gemacht und die Bedrohnung wird es wieder passieren.

00:19:08: Also Rätsen- und Bedrohrungen sind so die zwei Grundsätze, die man in meines Erachtens braucht... Und dann ist es halt immer ein äußerst kompliziertes Spiel.

00:19:17: Ganz schlimm ist DNA!

00:19:18: Weil du kannst jeden Fall einfach der DNA lösen.

00:19:22: Es ist halt immer unglaublich kompliciertes Spiel.

00:19:27: was weiß der Kommissar?

00:19:30: Was macht da darauf hin, ohne dass er zu dumm aussieht und ohne dass das so schnell auf die Lösung kommt?

00:19:36: Und schön ist es ja eigentlich auch so, dass die ganzen Ermittlungsschritte aufeinander folgen.

00:19:40: Also ich habe mal einen Sonnenzimmergebnis führen.

00:19:42: Ich hab meinen Tatort gesehen.

00:19:44: Toll, toll!

00:19:44: Ich will jetzt hier keine Geschälte betreiben aber... Das war so ein Beispiel.

00:19:48: Da haben die am Anfang ein Laptop irgendwie zum Untersuchen gegeben, dann haben sie neunzig Minuten lang ermittelt und am Schluss kamen das Laptob aus der Untersuchung wieder zurück.

00:19:58: Und da drüben stand wer der Täter war, weil er nämlich sein E-Mails nicht verschlüsselt hat oder was weiß ich irgendwie so.

00:20:02: So soll es eigentlich nicht unbedingt sein, denn dann hätten Sie sich auch neunzig Minuten auf dem Spielplatz... für einen coole Krimi, Sie würden neunzehn Minuten auf einem Spielplatz sehen und über etwas anderes quatschen!

00:20:12: Aber das sagt man halt ... Das könnte man hier machen also im eigenen Buch.

00:20:15: Ich komm schon wieder von hundert und das tausendste.

00:20:18: Was war die Frage?

00:20:19: Also ganz schlimm ist es dann, wenn du... Du musstest unglaublich abklopfen so ein Krimik-Konstrukt weil wenn du dann plötzlich, und das passiert im Buch schon bist und dann merkst du aufs, dass du schreibst des Buchbistens, merkst auf Seite Hundertvierzig er hätte damals, er hätte, weiß ich nicht.

00:20:39: der hätte den Fingerabdruck von dem Messer nehmen müssen, er hätte ihn überprüft.

00:20:44: Er hätte ihn gekriegt und dann kannst du dir passieren dass du einfach hundert Seiten in die Tonne treten kannst.

00:20:49: Schrecklich!

00:20:50: Was gut ist... Entschuldigung ich höre mich auch gleich... was gut ist finde ich... Ich hoffe für mich leer.

00:20:59: also was ich jedenfalls versuche ist.. Der Krimi hat immer einen Subtext.

00:21:03: darin besteht das der Autor deutlich mehr weiß als der Leser.

00:21:08: natürlich, das ist ja immer so.

00:21:09: Aber hier weiß auch jede Figur mit denen der Kriminalkommissar spricht, weiß mehr als sie zugibt oder wahrscheinlich und auf jeden Fall vermutet es.

00:21:17: Und deswegen schreibt man immer auf so eine Folie dass schwimmt irgendwas mit was nicht ausgesprochen wird.

00:21:24: Ich finde das unglaublich wichtig für Bücher überhaupt, dass immer etwas Unausgesprochenes mitschwingt, dass ein Untergrund ist, der nicht gesagt wird.

00:21:33: Das finde ich ist der Unterschied zum Journalismus wo er einfach sagt, okay, ich sag... Also Hemingway.

00:21:39: Ich höre wirklich gleich auf.

00:21:40: Entschuldigung.

00:21:41: Alles gut!

00:21:42: Das ist die Eisbergtheorie von Hemmingway.

00:21:44: Kennst du das?

00:21:45: Nee.

00:21:45: Also Hemming way ist ein ganz großartiger Autor finde ich der über ganz schrecklich blöde Sachen schreibt und unglaublich dummer Matscho.

00:21:52: Ich finde ihn total unsympathisch aber trotzdem so toll.

00:21:55: Und von dem gibt es die Eisbergtheorie und die Eisbag Theorie heißt zehn Prozent vom Eisberg sind sichtbar.

00:22:01: Neunzig Prozent sind unsichtbar unter im Wasser.

00:22:03: Du schreibst nur über die zehn Prozent Aber die neunzehnte Putzen schleppst du die ganze Zeit mit dir mit.

00:22:08: Und deshalb werden dann so Sachen von ihm oft so unglaublich gut, weil sie scheinbar banal sind aber... ...aber sie sind es dann eben doch nicht!

00:22:15: Das finde ich ganz toll.

00:22:16: also der...

00:22:18: Ja wohl ein spannender Einblick in so einen Autorenleben.

00:22:24: Vielleicht nochmal ganz kurz zu den Krimis?

00:22:26: Also du hast ja jetzt gesagt das ist oft so dass der dass der Autor oder in dem Fall der Kommissar, also das man so mitgeht als Leser und nicht viel mehr weiß.

00:22:34: Aber du baust ja doch immer in deinen Krimis eine Ebene ein die mir als Lesa einen gewissen Vorsprung gibt.

00:22:40: Und zwar sind es oft andere Textsorten.

00:22:43: Ja, ob es ein Vorsprungen ist?

00:22:48: Du weißt glaube ich nicht mehr was aktuell.

00:22:53: na gut!

00:22:55: Ich will gerade, ob man wirklich mehr weiß was aktuell gerade der Ermittlungsstand ist.

00:23:01: Du hast ja dann Briefe und Tagebücher oder so, du weißt das sind andere Figuren, Tickens oder Weiß-Nicht-Werche-Figur... Ja, stimmt!

00:23:08: Sonst würde der Kommissar dumm aussehen.

00:23:10: aber ich weiß bei dem einen Buch beim letzten Schritt da gibt es eine Wendung die erfährt man zuerst ein Mühe.

00:23:20: Also vielleicht eine Seite oder was vor dem Kommissar.

00:23:23: Das hat auch viel damit zu tun, dass man dann halt Spannung machen kann und man kann halt auch tiefer einsteigen in die

00:23:31: Charaktere.".

00:23:32: Also ihr hört schon relativ ausgebufft, dramaturgisch ausgebuffede Krimis D-III von Felix Haas erschienen im Querverlag.

00:23:40: jetzt hast du einen Roman vorgelegt der heißt Guten Morgen Berlin.

00:23:44: In der Siegisäule steht als Kritik drin es ist ein Liebesromanen.

00:23:47: würdest du das auch so sehen?

00:23:48: Also bisher hast du Krimi's geschrieben Dein ersten Liebesroman oder was ist es für einen Genre?

00:23:54: Also ich würde sagen, für mich ist das vor allem ein nostalgisches Buch.

00:23:59: Die Idee das zu schreiben kam mir so in der Corona-Zeit wo man ja nichts machen konnte und alles irgendwie so furchtbar war.

00:24:07: also ich habe das.

00:24:07: teilweise fand ich ziemlich schrecklich diese Bilder von den Lastern da mit dem Leichen in Italien und so dass ich mich dann ein bisschen rausgebeamt habe aus der Zeit.

00:24:16: Und dann habe ich Alte Harald Schmidt vorhin geguckt, aber YouTube und ich haben das Sendungen geguckt.

00:24:20: Dann habe mich zurückgezogen.

00:24:23: mit meinem Mann saßen wir zusammen in unserer Butze im fünften Stock und waren ...in einer anderen Zeit Ja!

00:24:29: Und dann hatte ich irgendwie Lust auf dieses ... sich da auch mal so richtig reinzusetzen.

00:24:36: Ich will überhaupt nicht sagen dass früher alles besser war Aber ich hatte immer so ein... Ich dachte mir früher war alles schärfer.

00:24:43: Also im Sinne von früher hat man immer alles jedes Haus, jedes Plakat.

00:24:49: Alles war schärfer hat vielleicht damit zu tun dass meine Augen besser waren.

00:24:53: aber im Bewusstsein dessen das es ein bisschen peinlich ist von den vergangenen Zeiten zu schwärmen ist glaube ich auch ein menschliches Bedürfnis.

00:25:04: und darauf hatte ich vor allem Lust und erzählt sagst du das hätte auch ein Krimi sein können?

00:25:09: jetzt fange ich schon mit die Frage selber zu stellen Es war eigentlich schon länger, dass immer mehr Leute gemeint haben ob ich nicht mal was anderes schreiben wollen würde als ein Crimi.

00:25:19: Und jetzt wollte ich auch schon länger und wenn man meinen letzten Crimis liest dann merkt man auch schon, da haben wir auch andere gesagt das der Crimie im Hintergrund mehr ist als die anderen beiden also der Cremiplot zu den Figuren.

00:25:35: Ich wollte auch schon längermal woanders.

00:25:36: Der Crimy war auch immer so wie einen Treppengeländer weil du weißt halt letztlich weißt du, du brauchst einen Mord und dann brauchst du vier Verdächtige.

00:25:47: Und da kommst du schon irgendwie klar!

00:25:48: Und dieses Gelände mal loszulassen, das habe ich mit dem dritten Krimi eigentlich schon angefangen... ...und dann dachte ich jetzt schau' ich halt mal, mein Gott es ist Corona, ich hab ja nichts zu

00:25:59: tun!".

00:26:00: Und jetzt landen wir in Berlin der Früh-Ninziger also eigentlich so im Nachwende Berlin eine Stadt Wo man nicht sagen kann, dass da schon viel zusammengewachsen ist.

00:26:09: Du hast zwei Hauptfiguren.

00:26:11: Einer kommt aus dem Osten und der ich Erzähler komme aus dem Westen und ist ganz frisch in diesem Berlin was ja auch letztlich so eine Stadt im Aufbruch ist.

00:26:21: Deshalb ist glaube ich guten Morgen Berlin.

00:26:22: auch der Titel weil das so ne Stadt ist die gerade wach wird, die sich neu sortieren muss... Ja, weiß ich nicht.

00:26:29: So wie die Augen noch verklebt und muss erst mal gucken, wo ist man denn jetzt gerade?

00:26:33: Und da treffen diese beiden aufeinander in einer Stadt, die geteilt war... ...und ich denke das genau diese Thematik, diese Missverständnisse, das mochte ich an dem Roman so gerne auf eine sehr leichte Art ein Durchschnitt aber doch sehr wichtig sind was diese Beziehung der beiden Männer bestimmt.

00:26:52: Ja also wenn du sagst leichte art es ist genau das ist wieder das mit dem Maisberg!

00:26:58: Das ist mir immer ein Anliegen.

00:26:59: leicht zu erzählen, weil ich bin aufgewachsen mit Wim Wendlers Filmen und die Leute in der Süddeutsche Zeitung war begeistert.

00:27:08: Und alle meine Freunde waren begeistered.

00:27:10: und dann saß ich... Sie im Kino rein, weil sie neben mir einschlafen.

00:27:14: Weil da diese Bedeutungsschwangere als das Kind noch Kind war... Ich krieg heute noch ein Gänsehaut!

00:27:20: Also weil ich es so schrecklich finde.

00:27:22: Deswegen ist mir Leichtigkeit wichtig.

00:27:23: Ja, es spielt in den Berliner der neunziger Jahre, würde ich mal sagen, vielleicht sogar noch ein bisschen in die zweitausender Reihen.

00:27:28: also es ist so eine bisschen so eine Wischi-Waschi-Zeit, weil das hat letztendlich mit verschiedenen Dingen zu tun und das eine Sache ist Verdichtung Man möchte halt möglichst viele Dinge erwähnen.

00:27:40: Und das andere ist, Falko hat mal gesagt wer sich an die achtziger Jahre erinnern kann der hat sie nicht erlebt fand ich irgendwie einen ganz guten Satz und auch da ist es so richtig weiß man... Ich will's auch nicht mehr so genau wissen.

00:27:55: Ja na klar.

00:27:56: also Es ist schon der Versuch zu erzählen wie ein Oszi oder ein Wessi damals möglicherweise miteinander umgegangen sind aber ohne die Geschichte jetzt zu tesenhaft machen oder so.

00:28:12: Oft gibt es ja solche Dinge, wo man dann, wenn man könnte sagen, dann muss der bei jedem großen historischen Erlebnis dabei gewesen, da muss er einen in der FJ gewesen sein und so oder anderen muss eigentlich den CSU am besten.

00:28:25: Weißt du dass man sich dramaturgisch ganz klar aufeinander hetzt?

00:28:29: Und das wollte ich aber nicht, sondern ich wollte versuchen relativ authentisch zu beschreiben Und da sind glaube ich schon ein paar Klischees drin, aber dann habe ich die halt so erlebt oder so beobachtet und so für richtig gehalten.

00:28:46: Ja, Berlin war ein Abenteuerspülplatz... Das ist das mit dem nicht mehr so scharf sehen!

00:28:50: Berlin ist bestimmt immer noch ein unglaublich aufregender Abenteuerspülplatz für unglaubliche Leute.

00:28:54: Aber ich bin ja jetzt auch nicht mehr wie damals war und dann nehmen die Abenteurer so ein bisschen ab.

00:29:01: Ich habe mich in dem Unterhalten, der das Berlin der Neunzigerjahr auch ein bisschen intensiver erlebt hat als ich.

00:29:05: Weil ich bin zu der Zeit noch in die Schule gegangen und kenne diese Orte jetzt zum Teil nur vom Hörnsagen, den du beschreibst Es ist ja eben auch ein Berlin was es so dann doch nicht mehr gibt.

00:29:15: Also es sind Orte von denen du erzählst, die sind verschwunden Es sind irgendwie doch andere Zeiten.

00:29:22: Berlin ist irgendwie weiß ich auch nicht erwachsen geworden, vielleicht auch nüchterner geworden.

00:29:27: Du hast ja schon gesagt dass da auch was von dir drin steckt, weil du grundsätzlich gesagt hast das du zum Schreiben immer diese autobiografischen Momente auch brauchst.

00:29:37: Dass du so ein Gefühl dafür hast authentischer erzählen zu können.

00:29:39: jetzt habe ich wie gesagt mit dem am gesprochen der das Buch gelesen hat und älter ist und er sagt eben auch also dieser Nostalgie Faktor der kommt total rüber diese Tatsache, dass man nochmal sich so hinein katapultiert in diese Zeit und die noch mal lebendig wird obwohl man eigentlich gar nicht mehr so viel darüber nachdenkt.

00:29:59: Das ist ja sehr schön, wenn das vorfunktioniert hat oder bei diesem einen Menschenprodukt funktioniert.

00:30:04: Ja also was ich möchte... Also ich kann nur ganz kurz dieses Zitat vorlesen, was sich vorne steht.

00:30:14: Das kenne ich auswendig.

00:30:19: It's is natürlich quatsch!

00:30:24: Aber es ist doch so schön.

00:30:27: Und sich das zu erlauben, einfach zu sagen, ach komm jetzt färben wir mal unsere Vergangenheit rosa und nicht total blödsinnig aber ein bisschen... Jetzt gehen wir mal so'n bisschen nach!

00:30:40: Jetzt sagen wir doch auch einmal früher war alles besser aber ganz leise und ein bissel anders als die Bösen vor uns das gesagt haben Die Orte sind weg.

00:30:48: ich meine was halt viele manche nicht?

00:30:50: Viele schon Was halt.

00:30:52: Vielleicht für mich ein großer Unterschied ist, das geht noch halbwegs.

00:30:56: Aber der größte Unterschied, der damals für mich bedeutender war, dass Berlin so wahnsinnig billig war und das hat zur Folge, dass Menschen die komplett absurde Lebensentwürfe haben hier leben konnten.

00:31:06: Du konntest halt für... ich weiß doch in Kreuzberg, ich hab' damals heute wenn es zu hundertfünfzig Euro für den Zimmer bezahlt aber Leute haben auch viel weniger bezahlt als das.

00:31:14: Und dadurch kannst du halt einfach, du musst nicht früh ins Bett, du muss nicht früh raus.

00:31:19: Ich glaube, das hat einen großen Unterschied gemacht.

00:31:23: Aber what the hell?

00:31:24: Ich meine ich glaub die jungen Leute werden immer irgendwie den Weg finden Spaß haben und ein kreatives lustiges Leben zu führen.

00:31:31: Und also da hab' ich mein...ich mach mir keine Sorgen um Berlin!

00:31:35: Ich habe ja auch ne Wohnung und dann seit dem Jahr zwei tausendneun und irgendwann steigt die Biete dann nicht mehr oder nicht mehr relevant.

00:31:43: Gibt doch nochmal einen ganz kurzen Einblick worum geht's?

00:31:45: Also abgesehen von den Orten aber es muss ja auch eine Handlung geben.

00:31:48: Nicht nur in Zustand

00:31:50: Ja, naja es geht halt um Aussie und einen Wessi die sich kennenlernen.

00:31:53: Und die sich miteinander verlieben.

00:31:58: Ich versuche so ein bisschen die Unterschiede herauszuarbeiten zwischen... Also letztlich geht's viel eigentlich schon darum auch was.

00:32:09: das ist dann noch wie ein bisschen autobiografisch Was ich eigentlich von dem Osten gelernt habe oder so also eigentlich genauso.

00:32:17: Das war nämlich ganz schön viel Also fand ich.

00:32:20: Und dann geht's noch um andere Themen, es geht um HIV was ja in den Neunzigern noch ganz schön präsent war.

00:32:28: das hat man heute eigentlich besser weniger vergessen.

00:32:31: aber damals wusste man eben noch nicht dass diese, damals gab da diese Kombinationstherapie schon Aber man wusste noch nicht ob die funktioniert.

00:32:40: Da war gerade Freddie Mercury gestorben.

00:32:42: also es war direkt vor unseren Augen Und das war schon, was eine große Rolle gespielt hat.

00:32:49: Es geht um dieses Thema Blutspenden und es geht um Familie.

00:32:54: auch viel finde ich.

00:32:57: Ja also viele große Themen kleine Themen die alle verpackt sind in einem Buch.

00:33:00: Das ist im Querverlag erschienen jetzt vor wenigen Tagen.

00:33:05: ganz ganz ganz frisch Felix vielleicht so einen kurzen Ausblick.

00:33:08: du hast Jetzt einen Roman abgeschlossen mit dem müssen.

00:33:12: jetzt muss er natürlich ein bisschen gelesen werden.

00:33:13: Er muss sich jetzt ein bisschen verkaufen.

00:33:15: sind die Pläne für den nächsten Roman schon im Kopf?

00:33:18: Ich habe schon längst angefangen.

00:33:22: Ja, ja total.

00:33:23: Das unterschätzt man immer, dass man ja im Grunde man gibt mal nur Skript ab dann wird natürlich noch dran gearbeitet.

00:33:28: Das dauert, zieht sich ja dann doch alles auch ewig hin also vielleicht nicht so lange wie beim Film von einer Finanzierung bis zum Ende aber zumindest ja doch so dass man so ein Manuskript abgibt und dann eigentlich für sich vielleicht irgendwie auch einen Haken drin macht auch wenn man vielleicht nochmal überarbeiten muss.

00:33:43: aber das Buch ist da und man stolpert eigentlich schon in dem nächsten Universum herum?

00:33:49: Ja ja!

00:33:50: Also ich meine dieses Buch... Da gibt es ja auch Wartezeiten und man weiß ja auch immer nicht wie lange die Wartezeiten dauern Und da habe ich dann schon lange, lange angefangen mit dem nächsten Buch und... Ja.

00:34:05: Aber ich sage

00:34:06: nur nichts!

00:34:06: Ich verraten Klauffa Volz das bringt vielleicht auch einen Unlück.

00:34:09: Bist du arbeitgläubig?

00:34:10: Naja, ich zwinge nicht es nicht zu sein.

00:34:14: Alles klar Felix.

00:34:15: Dann sag' ich nochmal wie's Buch heißt Guten Morgen Berlin ganz frisch erschienen im Querverlag.

00:34:19: der Autor ist Felix Hass und er war mein heutiger Herst.

00:34:22: und Felix vielen Dank für das Gespräch.

00:34:23: Ich danke dir herzlich Bis zum nächsten Mal.

00:34:26: Sehr gern!

00:34:29: Und das war sie, die hundertsechzehnte Folge des Kulturfritzen-Podcasts.

00:34:34: Ich habe mir gerade nochmal die Abrufstatistik angeschaut und gesehen dass auch die anderen Hundertfünfzehn Folgen immer mal wieder angehört werden was mich natürlich sehr freut.

00:34:42: für alle die von Felix Hass nicht genug bekommen können gibt es hier noch ein Tipp denn in Folge siebenundvierzig habe ich mit ihm bereits über seinen letzten Roman blank gesprochen.

00:34:52: Das war im Frühjahr zwetausendzwanzig.

00:34:54: Mein Name ist Marc Le Puna.

00:34:56: Vielen Dank fürs zuhören und hoffentlich Bis

00:35:12: bald.

Über diesen Podcast

Der Kulturpodcast aus Berlin.

Jede Folge ist ein kleines Mosaiksteinchen im großen kulturellen Ganzen der Stadt, keine Folge gleicht der anderen, einige sind ganz kurz, andere länger, von Berlinbuch-Vorstellungen über Kulturspaziergänge und Hörspiele bis hin zu Lesungen, Features, Reportagen und Interviews.

von und mit Marc Lippuner

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